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Pressemitteilung: Schwetzinger MiniSymposium für jedermann: Palliativmedizin bei einer Veranstaltung im Lutherhaus im Fokus / Für Fachkräfte wie Bürger gleichermaßen interessant

21. August 2013

Wissenswertes zur medizinischen Betreuung am Ende der Lebenszeit

(Von unserer Mitarbeiterin Anke Koob) Was eigentlich bleibt, wenn alles zu Ende geht? Eine Frage, auf die so richtig keiner eine Antwort finden mag. Denn der Tod trägt Schatten in die Häuser. Das ist heute nicht anders als vor Hunderten von Jahren. Für Christian Kuhn ist das nicht so. Der Facharzt für Onkologie weiß, dass es heute viele Lichter gibt, welche die Schatten dämpfen und dem Dunkel den Schrecken nehmen. Die Palliativmedizin zum Beispiel bietet dieses Licht. Denn diese Form der medizinischen Betreuung wird genau dann aktiv, wenn der Mensch das Ende seiner Lebenszeit als berechenbar erfährt. "Die Möglichkeiten sind vielfältig", so Dr. Kuhn, "denn das Konzept der Palliativmedizin ist umfassend und reicht von pflegerischer, sozialer, spiritueller, medizinischer bis hin zu psychotherapeutischer Unterstützung." Diese Form der ganzheitlichen Begleitung in den letzten Tagen ist "für jeden selbstverständlich." Doch allzu oft nicht bekannt, nicht gesehen und nicht erkannt. Aus diesem Grund laden Peter Rohmeiss (ze:ro ARZTPRAXEN), Hans-Jürgen Scholz (Vorsitzender Ärztenetz Schwetzingen) und Michael Eckstein (Vorsitzender Ärztenetz Hockenheim) am morgigen Mittwoch ab 17.30 Uhr zum 13. Schwetzinger MiniSymposium "Palliativmedizin = Lebensqualität am Ende des Weges" ins Lutherhaus ein.

Angehörige angemessen begleiten

Sozialarbeiter, Physiotherapeuten, Ärzte, Theologen, Pflegekräfte und vor allen Dingen jene, die es im Privaten betrifft, sollen hier eine Begegnungsstätte finden, neue Wege zu entdecken und ins Gespräch zu kommen. Dazu gehören beispielsweise Nephrologen (Dialyse), Onkologen (Krebstherapie), Kardiologen (Herzspezialisten), Geriatriespezialisten und die Hausärzte. "Das ist wichtig", findet Dr. Kuhn, "denn es geht bei diesem wichtigen Thema um Lebensqualität und nicht um weiße Kittel." Wie nahe und wie fern der Tod und seine Begleitumstände heute sind, weiß er gut: "Früher starb man zu Hause, da war es für jeden klar, um was es dabei geht." Heute aber sind es wenige Schultern, auf denen ein individueller Sterbeprozess lastet, so ist der letzte Weg verbunden mit diffuser Angst, etwas falsch zu machen, etwas zu unterlassen. "Gerade die Patienten selbst halten dann oft verzweifelt am Leben fest", weiß der Onkologe, dessen Alltag darin besteht, Menschen diesen Weg so komfortabel wie möglich dank der Medizin zu gestalten. "Deshalb geht es uns in der Palliativmedizin auch darum, die Angehörigen zu begleiten", erklärt er weiter, "da braucht es oft einfach jemanden, mit dem man reden kann." Schmerztherapie, medizinische und häusliche Versorgung, Sorge und Angst - die Fragen haben viele Facetten. Antworten soll das MiniSymposium finden, denn noch befindet sich die Palliativmedizin in Deutschland im Aufbau. "In den vergangenen 15 Jahren hat sich vieles getan", weiß der Facharzt, "der Bedarf steigt überdies gleichzeitig mit dem Bewusstsein, dass niemand mehr im Dreibettzimmer seinen Lebensabend fristen muss und wenn er verstorben ist, im Badezimmer einer Klinik landet." Eine neue Ethik des Lebens und Sterbens ist da entstanden. Über die soll gesprochen werden.

Programm und Ablauf

Das XIII. MiniSymposium findet am morgigen Mittwoch ab 17:30 Uhr im Lutherhaus, Mannheimer Straße 36, statt. Das MiniSymposium steht interessierten Bürgern offen. Begrüßung durch Dr. med. Christian Kuhn (Facharzt für Innere Medizin / Hämatologie und Onkologie, Ärztlicher Leiter MVZ am Schlossgarten, Schwetzingen). Dr. med. Peter Engeser (Facharzt für Allgemeinmedizin / Palliativ- und Umweltmedizin, niedergelassener Arzt in Pforzheim und Lehrbeauftragter der Universität Heidelberg) spricht zum Thema "Der Palliativpatient in der ambulanten Versorgung – Was kann die SAPV leisten?" Dipl. Theol. Thomas Wigant, M.A., (Hausoberer Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim) hält einen Vortrat unter dem Titel "Nur wer gegen den Strom schwimmt, kommt auch zur Quelle". Jürgen Ehret (Facharzt für Innere Medizin und Ärztlicher Leiter Geriatrisches Konsil an der GRN-Klinik Schwetzingen) stellt die "palliative Versorgung in der GRN-Klinik Schwetzingen" vor. ak © Schwetzinger Zeitung / Dienstag, 17.09.2013 (Quelle: http://www.morgenweb.de/region/schwetzinger-zeitung-hockenheimer-tageszeitung/schwetzingen/wissenswertes-zur-medizinischen-betreuung-am-ende-der-lebenszeit-1.1204358) oder auch siehe Quelle: http://www.rnz.de/metropolregion/00_20130916080000_106963551_Palliativmedizin_Wir_wollen_die_Angehoerigen_b.html (Onkologe Dr. Christian Kuhn und Krankenschwester Olga Markheim kenen den Alltag der Palliativmedizin. © Koob)   

Begleitung auf medizinischer Ebene

Das XIII. Schwetzinger MiniSymposium beschäftigt sich am Mittwoch, 18. September, mit dem Thema Palliativmedizin. Ab 17:30 Uhr findet die für interessierte Bürger frei zugängliche Fortbildungsveranstaltung der Ärztenetze Schwetzingen und Hockenheim sowie ze:ro ARZTPRAXEN im Lutherhaus statt. Die jährlich stattfindenden MiniSymposien werden seit 13 Jahren veranstaltet und sind stets einem Themenbereich gewidmet: Diesmal ist es die Palliativmedizin, die sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen und eigenständigen Bereich innerhalb der medizinischen Disziplinen entwickelt hat. Palliativ bedeutet, dass die Behandlung nicht auf die Heilung einer bestehenden Grunderkrankung abzielt, sondern auf die Reduzierung der Folgen. Dies ist dem zunehmenden Bewusstsein geschuldet, dass Patienten und Angehörige in den letzten Wochen des Lebens eine sowohl individuelle als auch professionelle Betreuung und Begleitung brauchen. Vor dem Hintergrund der demografischen Veränderungen in der Gesellschaft entstand die Palliativmedizin. Dr. Christian Kuhn (ze:ro) wird dazu mehrere Referenten begrüßen, etwa Dr. Peter Engeser. Er ist bereits viele Jahre in der ambulanten Versorgung von Palliativpatienten in der Region Pforzheim tätig. Genau wie Thomas Wigant, der in der Ausbildung von Palliativmedizinern aktiv ist. Wigant wird die Situation der palliativ-medizinischen Versorgung aus der Sicht des Medizinethikers beleuchten. Jürgen Ehret von der GRN-Klinik in Schwetzingen spricht über stationäre palliative Konzepte vor Ort. Die Palliativmedizin hat viele Berührungspunkte mit verschiedenen medizinischen Fachgebieten. Da ist etwa die Nephrologie zu nennen, die mit der Dialyse eine wichtige palliative Rolle einnimmt, dann aber natürlich auch die Onkologie, die Kardiologie, die Geriatrie und vor allem die hausärztliche Versorgung. zg © Schwetzinger Zeitung / Mittwoch, 11.09.2013 (Quelle: http://www.morgenweb.de/region/schwetzinger-zeitung-hockenheimer-tageszeitung/schwetzingen/begleitung-auf-medizinischer-ebene-1.1195439)