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Die Nieren sind das „Klärwerk“ unseres Körpers

7. März 2013
Wichtigste Risikofaktoren einer Niereninsuffizienz: Bluthochdruck und Diabetes  Der Mensch ist so gesund wie seine Nieren. Auf diese einfache Formel könnte man zurückgreifen, um die Notwendigkeit einer optimalen Nierenfunktion zu beschreiben. Die Aufgabe der Nieren (wir besitzen zwei) ist es, das Blut von Schadstoffen zu befreien. Die Nieren sorgen dafür, dass wir harnpflichtige Substanzen (Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure), Abbauprodukte und Medikamente aus dem Körper ausscheiden. Ohne diese Filterfunktion würden wir uns selbst in kürzester Zeit vergiften. Außerdem halten sie unseren Stoffwechsel konstant, regeln den Flüssigkeitshaushalt samt Elektrolyten (Phosphor, Kalium, Natrium) und das Säure-Basen-Gleichgewicht. Mit dem Hormon Angiotensin sind sie an der Regelung des Blutdrucks beteiligt. Außerdem wird in ihnen das aktive Vitamin D gebildet. Durch die Freisetzung des Hormons Erythropoietin (EPO) regen sie die Bildung roter Blutkörperchen an. Innerhalb von 24 Stunden filtern sie rund 1.500 Liter Blut. Kein Wunder also, dass sie zu den wichtigsten Organen unseres Körpers gehören.   Oft zu spät erkannt Wenn die Nierenfunktion nachlässt, wird dies oftmals überhaupt nicht bemerkt, denn es treten keine Schmerzen oder bestimmte Symptome auf. Eine Nierenschädigung kann sich durch Blutarmut, Wassereinlagerungen, Juckreiz, Nervenstörungen, Knochen- oder Muskelschwäche äußern. Ein Urin- und Blutuntersuchung zeigt jedoch schnell, ob die Nieren ihrer Aufgabe noch ausreichend nachkommen. Ein hoher Kreatinin-Wert im Blut oder Eiweiß im Urin sind immer ein Alarmzeichen. Zur Vorbeugung schwerer Nierenerkrankungen ist es deshalb sinnvoll, zumindest alle zwei Jahre den von den Krankenkassen angebotenen „Check-up“ beim Hausarzt zu machen, denn im Frühstadium erkannt, können Nierenerkrankungen heute viel besser behandelt werden, als noch vor wenigen Jahren. „Erstes Anzeichen aber auch Ursache für ein Nierenversagen kann hoher Blutdruck sein“, erklärt der Nephrologe und Internist Dr. Manfred Schmitt im Gespräch mit den Domspitzen. So schädigen Bluthochdruck und Diabetes ebenso die Nieren, wie Schmerzmittelmissbrauch oder bestimmte Antibiotika. Betroffene sollten deshalb auf jeden Fall regelmäßig die Nierenwerte in Blut und Urin prüfen lassen. Was viele Patienten nicht wissen: Rauchen ist für geschädigte Nieren fast ebenso schädlich wie Bluthochdruck. Nierenstörungen können allerdings auch durch Entzündungen oder angeborene Erkrankungen hervorgerufen werden. Diagnose und Therapie Die rechtzeitige Diagnose einer Nierenerkrankung ist notwendig, damit sie nicht zwangsläufig auf die Behandlung am Dialysegerät (Blutwäsche) hinausläuft. Die modere Medizin und Medizintechnik bieten die Möglichkeit, genau zu erkennen, welche Teile der Niere ihrer Aufgabe nicht mehr nachkommen können. Sie runden nach der klinischen Diagnose (Patientengespräch, Blutentnahme und Urinuntersuchung) bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchung, Röntgenaufnahme, Computertomographie, Angiographie oder Isotopen-Nephrographie die Diagnose ab. Die radiologischen Verfahren ermöglichen es dem Facharzt, die Durchblutung der Nieren zu beurteilen und z. B. Nierenarterienverengungen festzustellen, welche im Einzelfall auch aufgedehnt werden können. Wenn alle medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten erschöpft sind, kommt die Dialyse (Blutwäsche) zum Einsatz. Diese ist entweder drei Mal wöchentlich in einer Dialysepraxis durchzuführen oder als Bauchfelldialyse täglich vom Patienten in eigener Regie. Die Mitbetreuung durch den Nephrologen erfolgt mindestens ein Mal im Monat. „Wichtig ist bei der Behandlung der Niereninsuffizienz auf jeden Fall die gute interdisziplinäre Zusammenarbeit, wie sie hier bei uns im Ärztehaus am Diakonissen-Stiftungskrankenhaus gegeben ist“, sind sich Dr. Manfred Schmitt (Nephrologe) und Dr. René Walser (Radiologe) sicher. Natürlich gehört auch die Compliance (Therapietreue) der Patienten zu einer erfolgreichen Behandlung dazu. Jutta Jansky  (Quelle: Magazin „Domspitzen – Das Stadtmagazin“ / März 2013, Speyer & Umgebung)