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Wer rettet den Euro? Treffen: Mit Experten des regionalen Gesundheitswesens

10. April 2012

Wer rettet den Retter? Eurozone in der Dauerkrise? – darum ging es beim Spitzentreffen des regionalen Gesundheitswesens im Europäischen Hof in Heidelberg auf Einladung der ze:ro Ärzte Gruppe, des Nierenzentrums der Universität Heidelberg und des Zentrums für Rechts- und Verwaltungswissenschaften Cottbus ZfRV.

Das Eurozone-Desaster hat eine neue Dimension erreicht. Bei aller hektischen Diskussion um die nach wie vor vermeintliche Rettung des Euro darf nie vergessen werden, dass es sich primär um ein hausgemachtes Szenario der EU und ihrer Eurozone-Mitglieder handelt, so die Meinung des Referenten Professor Dr. Dr. Lothar Knopp. Der Vortrag des Abends im Europäischen hof in Heidelberg versuchte den Zusammenhang zwischen gesamtwirtschaftlicher Konjunktur und Gesundheitswesen zu erklären.

„Ein noch immer fehlendes Kontrollsystem der Banken löst den Domino-Effekt aus, die wachsende Staatsverschuldung ist der Stresstest für das Gesundheitswesen", kombiniert der Universitätsprofessor und derzeit führende Staatsrechtler. Die Auswirkungen auf Ärzte und Krankenhäuser sind unschwer an den Einnahmen und Ausgaben abzulesen. Steigt die Arbeitslosigkeit, als Folge einer Rezession, so führt dies zu einem geringeren Beitragsfluss für die Krankenkassen.

Demgegenüber stehen jedoch weiter Einsparmöglichkeiten im Verwaltungsbereich. Die große Herausforderung der Zukunft stellt auch hier der demographische Wandel dar. „Für niedergelassene Ärzte sieht es nicht rosig aus", lautet die Einschätzung des Wissenschaftlers.

Eingeladen zu diesem Spitzentreffen der rund 50 Experten des regionalen Gesundheitswesens hatte die Gruppe um Professor Dr. med. Peter Rohmeiss und Prof. Dr. med. Martin Zeier. Diese vertraten in der anschließenden lebhaften Diskussion die Auffassung, dass modernes Netzwerken zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern große Chancen bereithält. (ps)

(Wochenblatt, April 2012)