News

IX. Schwetzinger MiniSymposium

28. Mai 2010
Therapiemöglichkeiten und Diagnostik in den letzten Jahren erheblich verbessert - Osteoporose früh behanden „Aktuelle Diagnostik und Therapie der Osteoporose“ war das Thema des von den Ärztenetzen Schwetzingen und Hockenheim sowie vom ze:ro Dialysezentren & Gemeinschaftspraxis organisierten MiniSymposiums im Palais Hirsch, das als besondere Form des Meinungsaustausches zwischen nieder-gelassenen Kollegen und Klinikärzten zum 9. Mal durchgeführt wurde. Nach der Begrüßung durch die Vorsitzenden der Ärztenetze, Dr. Michael Eckstein und Dr. Hans-JürgenScholz, wies Dr. Klaus Gondolf darauf hin, dass die Osteoporose eine Volkskrankheit sei, von der in Deutschland fast ein Viertel der Bevölkerung über 50 Jahre betroffen ist und die im Jahr Kosten von mehr als fünf Milliarden Euro verursache. Damit stehe die Osteoporose in einer Reihe mit Herzkranzgefäßerkrankungen und Diabetes. Im Vortrag erläuterte Dr. Philipp Drees, Leitender Oberarzt der Abteilung Orthopädie im Universitätsklinikum Mainz, neue Aspekte der Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung. Er zeigte auf, dass die Handlungsanweisungen im Vergleich zu den früheren Fassungen komplexer geworden sind. Dies spiegle den Zugewinn an Erkenntnis über die Entstehung und den Verlauf dieser Erkrankung wider. Professor Dr. Franz Jakob, Leiter des orthopädischen Zentrums für muskuloskelettale Forschung der Uni Würzburg, sprach über neue medikamentöse Therapien. Gerade in den letzten Jahren haben Medikamentenentwicklungen gegeben, die weit über die Basistherapie mit Vitamin D, Kalzium und Bisphosphonaten hinausgingen. Durch die immer genauere Kenntnis über die beim Knochenauf- und -abbau ablaufenden Mechanismen sei es möglich, Medikamente zu entwickeln, die tief in diese Prozesse eingreifen. Zum Abschluss gab Professor Jakob einen Ausblick auf die in den nächsten Jahren zu erwartenden Neuentwicklungen und Therapiemöglichkeiten. Professor Dr. Christian Kasperk, Leiter der Sektion Osteologie an der Uniklinik Heidelberg, ging auf die nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten ein. Er wies besonders auf die Bedeutung von Stürzen für den Verlauf der Erkrankung hin und betonte die Wichtigkeit von körperlicher Bewegung und Gleichgewichtschulung zur Vermeidung von Stürzen, aber auch für den Erhalt der Knochensubstanz. Mit Kyphoplastie ist es möglich, durch Einbringen von Knochenzement in zusammengebrochene Wirbelkörper diese wieder aufzurichten und zu stabilisieren. Unter der Leitung von Klaus Gondolf entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Es wurde festgestellt, wie wichtig die Zusammenarbeit der Fachdisziplinen sei. Außerdem wurde betont, wie bedeutend eine frühzeitige Erkennung und Behandlung sei, da nach dem Auftreten von osteoporotischen Knochenbrüchen ein Behandlungserfolg sehr viel schwieriger zu erreichen sei.

(Schwetzinger Zeitung, 24. Juni 2010 / Volker Widdrat)